Das Bauhaus kommt aus Weimar Klassik-Stiftung Weimar
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Neues Bauhaus-Museum Weimar: Masterplan

Das neue Bauhaus-Museum Weimar überwindet die einseitige Historisierung Weimars

Vom Willen geleitet, den im deutschen Kulturraum einzigartigen kulturelle Überlieferungszusammenhang in Weimar zu sichern und gestaltend in die Zukunft fortzuführen, haben der Deutsche Bundestag und der Landtag des Freistaates Thüringen ein Sonderprogramm beschlossen, aus dem die Klassik Stiftung Weimar in den Jahren von 2008 bis 2017 Investitionen in Höhe von 90 Mio. Euro verwirklichen kann. Mit diesem Programm hat der Bundeshaushalt bestimmte Zwecke verbunden. Der denkmalgerechten Restaurierung und Ausstattung des Stadtschlosses zu Weimar und seiner Ersteinrichtung sollen 20 Mio. Euro dienen. 25 Mio. Euro stehen für die Restaurierung von Druck- und Handschriften, für die Wiederbeschaffung von verbranntem Bibliotheksgut, für die Grundsanierung des Goethe- und Schiller-Archivs und für ein neues Bauhaus-Museum Weimar zur Verfügung. Der Thüringer Landtag hat entsprechende Mittel für die kommenden Haushaltsjahre eingestellt. Die verschiedenen Projekte dieses Sonderprogramms hat die Stiftung in ihrem Masterplan mit dem Titel »Kosmos Weimar« dargestellt, der am 08. Juli 2008 vom Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar bestätigt wurde.

Weimar ist ein historischer Ort, den sich der Besucher im Stadtschloss erschließen kann. Die Früchte aus dem »Kosmos Weimar« kann nur ziehen, wem die Verknüpfung der Geschichte mit der Gegenwart gelingt. In der Weimarer Museumslandschaft ist dies vorrangig die Aufgabe des neuen Bauhaus-Museum Weimars.

Weimar besitzt eine einzigartige, wenn auch nicht umfassende Sammlung zur Vorgeschichte, der Geschichte und Nachwirkung des Staatlichen Bauhauses, das hier 1919 gegründet wurde. Nach der im Bauhaus-Archiv Berlin ist sie die nach Umfang und Qualität bedeutendste weltweit. Den Grundstock bilden die etwa 150 Werkstattarbeiten, die 1925 von Walter Gropius in Weimar zurückgelassen wurden. Wichtige Werkgruppen einzelner Meister — so vor allem Lyonel Feininger — und Schüler — u. a. Peter Keler, Karl Peter Röhl, Andor Weininger und Walter Determann — ergänzen sie. Wichtige Bestände befinden sich darüber hinaus in der Bauhaus-Universität Weimar/Archiv der Moderne und im Thüringischen Hauptstaatsarchiv. Diese Sammlung bildet den Kern der musealen Präsentation. Ein zweiter Schwerpunkt des Bauhaus-Museum Weimars ist der Ableitung der Bauhaus-Ideale aus der Geschichte des funktionalen Designs, die ihre Anfänge in der klassischen Periode hat, gewidmet. Schließlich ist drittens ein Wechselausstellungsbereich von entscheidender Bedeutung. Erst dieser ermöglicht es, die reiche Museumslandschaft Weimars an große internationale Ausstellungsprojekte und an die Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst anzuschließen.

Ein neues Bauhaus-Museum Weimar in Weimar ist nicht nur eine museologische Herausforderung, sondern es ist ein Projekt, mit dem wir Weimar kulturell neu ausrichten können.

Gerade vor dem Hintergrund der neueren Geschichte ist es von besonderer Bedeutung, dass das Bauhaus-Museum Weimar nicht als eine Investitionsaufgabe allein des Landes und des Bundes verstanden wird. Vielmehr muss diese Aufgabe, die konzeptionell in den Händen der Klassik Stiftung als Bauherr und Eigentümerin des Museums liegt, zu einem Projekt werden, das maßgeblich zur städtischen Identität Weimars beiträgt. Als Kommune und Bürgergemeinschaft muss die Stadt Weimar erkennbar an der Erfüllung dieser Aufgabe mitwirken. Nur wenn sie das Bauhaus-Museum Weimar zu ihrer Sache macht, kann es gelingen, die einseitige Historisierung Weimars aufzuheben und die Kontinuität der kulturellen Innovation, wie sie für den Kosmos Weimar bezeichnend ist, in das 21. Jahrhundert fortzuschreiben.


Weitere Informationen sowie den Masterplan »Kosmos Weimar« zum Herunterladen finden Sie unter: www.klassik-stiftung.de/stiftung/presse/kosmos-weimar.html